Was ist smartes Laden und wie sparst du Geld?

Du hast ein Elektroauto und eine Ladestation, aber lädst du auch smart? Smartes Laden bedeutet, dass du dein E-Auto nicht einfach drauflädst, sondern steuerst, wann und wie schnell du lädst. Das Ergebnis: niedrigere Stromkosten, weniger Belastung für das Netz und in manchen Fällen sogar Einnahmen. In diesem Artikel erklären wir, wie es funktioniert und was du damit konkret sparen kannst.

Wichtigste Punkte

Frage Kurze Antwort
Was ist smartes E-Auto-Laden? Automatisches Laden zu Zeiten, in denen Strom günstig oder nachhaltig ist, gesteuert durch eine App oder Wallbox.
Wie viel kannst du mit smartem Laden sparen? Bis zu 50 % der Ladekosten gegenüber ungesteuertem Laden zu Spitzenzeiten.
Brauche ich eine spezielle Wallbox? Ja, eine Smart-Wallbox mit Internetverbindung und App-Steuerung ist erforderlich.
Was sind smarte Ladekabel? Kabel, die mit Smart-Charging-Systemen kompatibel sind und die richtigen Spezifikationen für deine Wallbox haben.
Kann ich Strom ins Netz zurückspeisen? Ja, mit Vehicle-to-Grid (V2G)-Technologie, das erfordert aber spezielle Hardware und einen passenden Vertrag.
Funktioniert smartes Laden mit jedem Energievertrag? Nein, du brauchst einen dynamischen oder variablen Tarif, um optimal zu profitieren.

Was ist smartes Laden genau?

Smartes Laden ist die automatisierte Steuerung deiner Ladevorgänge auf Basis externer Signale: des Strompreises, der Auslastung des Stromnetzes oder des Anteils erneuerbarer Energien zu diesem Zeitpunkt. In der Praxis stellst du über eine App oder Wallbox ein, wann dein Auto geladen sein muss, und das System bestimmt selbst den optimalen Ladezeitpunkt innerhalb dieses Fensters.

Der Unterschied zum normalen Laden ist einfach: Beim normalen Laden beginnt das Auto sofort zu laden, sobald du das Kabel anschließt, unabhängig davon, ob Strom in dem Moment teuer oder günstig ist. Beim smarten Laden wartet das System auf den günstigsten oder grünsten Moment innerhalb des von dir festgelegten Zeitfensters. Du musst dafür nichts weiter tun, nachdem du die Einstellungen einmal konfiguriert hast.

Die Grundlage für smartes Laden ist ein dynamischer oder variabler Energietarif in Kombination mit einer Smart-Wallbox. Ohne diese beiden Komponenten beschränkt sich der Vorteil auf manuelles Planen, was weniger effektiv und weniger komfortabel ist.

Wie sparst du mit smartem Laden Geld?

Beim Laden Geld zu sparen, dreht sich größtenteils um Timing. Stromtarife schwanken im Tagesverlauf, mit Spitzenpreisen meist zwischen 17:00 und 21:00 Uhr und niedrigen Tarifen in der Nacht und am frühen Morgen. Der Preisunterschied zwischen Spitzen- und Schwachlastzeiten kann bei dynamischen Verträgen das Drei- oder Mehrfache betragen.

Dynamische Tarife und Schwachlastzeiten nutzen

Mit einem dynamischen Energievertrag zahlst du den aktuellen Marktpreis pro Stunde. Ein smartes Ladesystem folgt diesen Preisen automatisch und plant die Ladevorgänge in den günstigsten Stunden, meist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr. Für einen durchschnittlichen E-Auto-Fahrer, der täglich 40 kWh für sein Auto verbraucht, kann dies eine Ersparnis von mehreren Hundert Euro pro Jahr gegenüber ungesteuertem Laden bringen.

Solaranlagen mit smartem Laden kombinieren

Hast du eine Solaranlage? Dann kannst du smartes Laden so einstellen, dass das Auto bevorzugt lädt, wenn es Überschussproduktion gibt, also wenn die Module mehr liefern, als der Haushalt verbraucht. Dieser Überschuss würde sonst zurück ins Netz gehen, wo du immer weniger dafür bekommst. Indem du diese Energie direkt ins Auto lädst, nutzt du sie zum höchsten Wert.

Spitzenvermeidung und Netzengpässe

An immer mehr Orten ist das Stromnetz zu Spitzenzeiten überlastet. Manche Netzbetreiber bieten Rabatte oder Vergütungen für Fahrer, die ihren Ladevorgang in ruhige Stunden verlegen. Smartes E-Auto-Laden ermöglicht es, automatisch auf diese Signale zu reagieren, ohne dass du selbst etwas tun musst.

Was brauchst du für smartes Laden?

Smartes Laden erfordert eine Kombination aus der richtigen Hardware, Software und einem passenden Energievertrag. Im Folgenden eine Übersicht, was du brauchst und was jede Komponente beiträgt.

Komponente Was sie tut Notwendig?
Smart-Wallbox Steuert die Ladeleistung anhand von Preissignalen oder Solarertrag Ja
App oder Energiemanagementsystem Festlegen von Ladefenster, Tarifkopplung und Reporting Ja
Dynamischer oder variabler Energievertrag Ermöglicht Einsparungen auf Basis stündlicher Preise Ja
Smart Meter (P1-Schnittstelle) Liefert Echtzeit-Verbrauchsdaten an das Ladesystem Empfohlen
Solaranlage Ermöglicht das Laden mit selbst erzeugter Energie Optional
V2G-kompatibles Auto und Wallbox Ermöglicht das Zurückspeisen von Energie ins Netz Optional

Smarte Ladekabel: welche Rolle spielt das Kabel?

Das Kabel selbst ist kein aktiver Bestandteil des smarten Ladesystems, aber die Wahl der richtigen smarten Ladekabel ist dennoch relevant. Ein Kabel muss mit den Spezifikationen deiner Wallbox und deines Autos kompatibel sein, um die volle Funktionalität des smarten Ladens zu unterstützen. Ein Kabel, das die maximale Leistung deiner Wallbox nicht bewältigen kann, ist das schwächste Glied in der Kette und begrenzt sowohl die Ladegeschwindigkeit als auch die Effizienz des Systems.

Für smartes Laden zu Hause verwendest du in der Regel ein fest mit der Wallbox verbundenes Kabel oder ein separates Typ 2-Kabel. Wähle immer ein Kabel, das für die Leistung deiner Wallbox zertifiziert ist, ob 11 kW oder 22 kW. Ein qualitatives Kabel sorgt für stabile Kommunikation zwischen Auto und Wallbox, was für die korrekte Steuerung des Ladevorgangs essenziell ist.

Voldt® bietet ein umfangreiches Sortiment an Typ 2-Ladekabeln, zertifiziert sowohl für 11 kW als auch 22 kW, in gerader und Spiralausführung. Sehen Sie sich das gesamte Voldt® Ladekabelangebot an.

Vehicle-to-Grid: dein Auto als Energiepuffer

Die fortschrittlichste Form des smarten Ladens ist Vehicle-to-Grid, oder V2G. Dabei speist dein Auto Energie zurück ins Stromnetz oder in dein eigenes Zuhause, wenn die Nachfrage hoch oder der Preis günstig ist. Deine Batterie fungiert dann als großer Heimspeicher, der automatisch lädt, wenn Strom günstig ist, und entlädt, wenn Strom teuer ist.

V2G ist noch begrenzt verfügbar. Es erfordert eine bidirektionale Wallbox, ein V2G-fähiges Auto und einen Energievertrag, der die Rückspeisung über die Ladestation erlaubt. Modelle wie der Nissan Leaf und einige Hyundai- und Kia-Modelle unterstützen V2G bereits. Es wird erwartet, dass mehr Hersteller dies in den kommenden Jahren standardmäßig anbieten werden.

Für Fahrer, die V2G noch nicht nutzen können, ist Vehicle-to-Home (V2H) eine Alternative. Dabei speist das Auto Energie zurück in den eigenen Haushalt statt ins Netz, was mit weniger Regulierung verbunden und in einigen Fällen bereits verfügbar ist.

Wie viel kannst du konkret sparen?

Die Ersparnis durch smartes Laden hängt von deinem Fahrverhalten, deinem Energievertrag und deiner Ladeinfrastruktur ab. Die folgende Tabelle gibt eine Indikation auf Basis eines durchschnittlichen E-Auto-Fahrers mit einem Jahresladeverbrauch von rund 3.000 kWh.

Diese Beträge sind indikativ und basieren auf einem durchschnittlichen dynamischen Schwachlasttarif von 0,09 pro kWh gegenüber einem Spitzentarif von 0,28 pro kWh. Die tatsächliche Ersparnis hängt von deinem Vertrag, Verbrauch und Standort ab.


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